[Rezension] Die Flockenleserin

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Autor: Mike Powelz
Titel: Die Flockenleserin
Verlag: Amazon Publishing
Preis: Kindle 4,99€
Seiten: 509
Erschienen: 2013

Homepage des Autors

 

 

Klappentext

Im Grunde ist ein Hospiz wie ein schönes Hotel – kein bisschen düster. Weiße Ärztekittel? Fehlanzeige. Haustiere? Erlaubt. Feste Besuchszeiten? Nein. Vorzeitig auschecken? Auch das kommt vor … Doch natürlich gibt es Unterschiede zu normalen Hotels. Schließlich sterben die Gäste im »Hotel Hospiz«. Außerdem sind sie ehrlicher als an jedem anderen Ort, egal ob Manager oder Obdachloser, Schwuler oder Neonazi, piekfeine Dame oder Aids-Kranke. Als die kranke Minnie ein Zimmer in Haus Holle bezieht, lernt sie ihre elf Mitbewohner kennen, jeder der Gäste verbirgt ein anderes schmutziges Geheimnis. Plötzlich ereignen sich drei mysteriöse Todesfälle und Minnie fühlt sich dazu berufen zu beweisen, dass ein unheimlicher Serienmörder dahintersteckt.

Meine Meinung
In diesem Roman geht es ums Sterben. Es ist eine Geschichte über den Tod, aber gleichzeitig auch über das Leben, denn beides ist abhängig voneinander. Dieser Roman ist unglaublich raffiniert aufgebaut, das Ende kommt total unerwartet und hat mich total verblüfft. Möglicherweise war ich auch ein wenig enttäuscht, dass das Ende nicht so war wie ich es mir vorgestellt habe. Aber der Roman hat mich auf ganzer Linie überzeugt.

Der Autor beschreibt seine Figuren nicht nur, nein, er haucht ihnen Leben ein und verpasst ihnen interessante Charakterzüge, die genauso bunt und verschieden sind wie das Leben selbst. Dadurch, dass der Autor sich selbst und seine Familie in den Roman miteinbezieht, bekommt die Geschichte zusätzliche Dichte, Ehrlichkeit und wirkt realer. Als wäre das, wovon der Autor schreibt tatsächlich so vorgefallen. Auch die Dynamiken, die der Autor zwischen den Gästen beschreibt, scheinen sehr realitätsnah zu sein. Teilweise tun sich dort wirklich menschliche Abgründe auf.

Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor Journalist ist, denn alles in der Geschichte ist gut recherchiert. Trotzdem schafft es der Autor, eine gute Balance zwischen Sachlichkeit und Emotionalität zu wahren, ohne dass es zu langweilig oder zu kitschig wird. Ebenso ist die Erzählung niemals zu langatmig oder zu rasant, wie bei anderen Krimi-Autoren. Die Spannung baut sich eher langsam auf und ist unterschwellig immer anwesend.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise wie der Autor den Tod und das Sterben thematisiert. Denn es ist vor allem eins: offen. Ich habe noch nie etwas so beruhigendes über den Tod und das Sterben an sich gelesen. Ich bin ehrlich erstaunt. Vor allem weil ich eine Heidenangst vorm Sterben habe (aber irgendwie auch vorm Leben). Der Roman hat mir diese Angst zwar nicht nehmen können, aber ich denke, dass mir die Geschichte zu einer anderen Perspektive verholfen hat. Auch die Themen Religion, der Umgang mit den verschiedenen Krankheiten wird auf angemessene Weise behandelt. Einen Mord in einem Hospiz geschehen zu lassen, ist verrückt und gleichzeitig genial. Denn wer würde an einem solchen Ort, wo der Tod ein und aus geht, einen Mord vermuten? Haus Holle erscheint mir wie ein Paradies zu sein. Ob es solche Hospize wohl wirklich gibt?

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren teilweise die Gespräche zwischen Mike und einigen Gästen. Manchmal sind diese einfachen Unterhaltungen zu regelrechten Therapiesitzungen ausgeartet. Auch den Monolog seines Vaters fand ich etwas übertrieben, besonders in Anbetracht seiner Krankheit.

Das Ende hat mich wortwörtlich geflasht, umgehauen und einfach nur verwirrt. Ich war ernsthaft der Überzeugung, dass… lest selber, ich will ja nicht spoilern.

Fazit
Ich bin wirklich sehr froh, dass ich diesen Roman entdeckt habe. Meine Perspektive auf den Tod hat sich definitiv geändert. Zwar nicht um 180-Grad, aber immerhin ein wenig. Über Rückführungen muss ich mich auch mal genauer informieren.

Ich kann den Roman all denjenigen empfehlen, die bereit sind sich auf etwas anderes einzulassen. Und die keine Berührungsängste mit dem Thema Tod oder Krankheit haben. „Die Flockenleserin“ ist ein Krimi mit Substanz, der an der eigenen Substanz kratzt.

Lieblingszitat
„Sie kennen doch das Phänomen, dass man ein bestimmtes Lied mit einem Menschen verbindet, oder? […] Sie wissen nicht, welche Lieder andere Menschen mit Ihnen verbinden. Jeder Mensch ist ein Mix aus unterschiedlichsten Liedern…“ (S. 195)

 

[Plauderecke] Kindle ade?

Morgen fahre ich nach Hause. MORGEN! Mir kommt es echt so vor als wäre ich erst vor ein paar Wochen hier ins Wohnheim gezogen. Dabei ist seit dem 11.02 sehr viel mehr Zeit vergangen als nur ein paar Wochen. Insgesamt liegt ein sehr anstrengendes aber auch außergewöhnliches Semester hinter mir. Ich bin dankbar, dass ich es erleben durfte, weil ich sehr viel gelernt und viele interessante Menschen kennengelernt habe. Aber genauso dankbar bin ich, dass ich bald die Heimreise antreten darf. 🙂

Mein Vorfreude ist riesig! Und wisst ihr auch worauf? Ich freue mich auf meine Bücher, mehr noch, auf meine Papierbücher (und meine Leselampe)!

In den vergangenen Monaten habe ich hauptsächlich auf meinem E-Reader gelesen und der ist wirklich super praktisch (ohne ihn wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen). Auf Reisen, im Auslandssemester, bei Platzproblemen ist ein E-Reader unschlagbar… trotzdem geht doch nichts über ein richtiges Buch. DENN… egal welches Buch man auf dem E-Reader liest, es sieht alles gleich aus. Derselbe Schrifttyp, dasselbe Format, alles grau in grau. Das schmälert das Leseerlebnis ziemlich. Außerdem sind E-Reader auch noch so frech und machen einfach ein Update während man liest. Hallo?! Was soll das? 😦

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Bei einem E-Reader kann man das Cover nicht bewundern, die Farben, die Schriften, die Details, die Liebe und die harte Arbeit, die darin steckt. Man kann den E-Reader nicht kurz zuklappen und das Cover anstarren und anfassen. Das geht nicht. Man könnte fast meinen, dass das Lesen auf dem E-Reader monoton sei. Vor diesem grausigen Schicksal bewahren uns natürlich die Autoren, mit ihren bunten Geschichten, ihren facettenreichen Helden und Anti-Helden. Danke dafür! 🙂

Was ich damit sagen will.. Mein E-Reader geht ab Samstag in den Urlaub. 🙂 Auf meiner Leseliste haben sich schon jede Menge Bücher angesammelt, die ich lesen möchte. Gestern wollte ich die Bücher über die Bibliotheks-App vormerken, aber nö, mein Konto ist abgelaufen (Jahresgebühr ist fällig! -.-). Hoffentlich kommt mir da niemand zuvor… 😀 Auf meiner Liste stehen die folgenden Titel:

  1. Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen (ItsColeslaw)
  2. Schnitt! (Arnold van de Laar)
  3. Couchsurfing in Russland (Stephan Orth)
  4. Nach einer wahren Geschichte (Delphine de Vigan)

Mal sehen was noch dazukommt. 🙂 Dann kann ich auch endlich das Lesezeichen benutzen, dass ich mir in Breslau gekauft habe… (Ich wette, dass ich es nach spätestens zwei Wochen verlege und nicht mehr finde, so wie immer :-D)

Magnetisches Lesezeichen Breslau

Habt ihr noch irgendwelche Buchtipps? Schreibt mir die Titel doch in die Kommentare (gerne mit Link zu eurer Rezension, falls vorhanden) 🙂 

 

[Rezension und mehr] Drilla/ Frindle

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Titel: Drilla
Originaltitel: Frindle
Autor: Andrew Clements
Sprache: Italienisch
Originalsprache: Englisch
Seiten: 108
Verlag: Rizzoli
Erschienen: 2009
ISBN: 978-8817033442

 

 

 

 

Inhalt
Nach einem Referat über Wörterbücher erfindet der Fünftklässler Nick ein neues Wort. Er überzeugt nach und nach seine Freunde und Klassenkameraden das neue Wort zu benutzen. Doch mit den Konsequenzen hatte er nicht gerechnet.

Weiterlesen „[Rezension und mehr] Drilla/ Frindle“

[Montagsfrage] Spoiler

 

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Die Montagsfrage beantworte ich diese Woche etwas verspätet. Ich hoffe ihr verzeiht! Die Uni nimmt mich ziemlich mit und ich habe nur wenig Zeit. 😦 Ich denke, dass ich ab Juli wieder regelmäßig posten werde, weil dann hoffentlich alle Hausarbeiten geschrieben worden sind und ich wieder mehr Zeit habe. Momentan erarbeite ich ein Konzept für ein Autorenwörterbuch. Das ist mal eine echt spannende Aufgabe. 🙂

Buchfresserchen möchte diese Woche von uns wissen:

Wurdest du schomal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Ich wurde schon ganz oft gespoilert, aber mir macht das persönlich nichts aus. Meistens gehe ich sogar extra auf die Suche nach Spoilern, weil ich zu neugierig bin 😀

Aber einmal ist mir etwas richtig Blödes passiert. Ich habe die „Assassin’s Creed“-Reihe in der falschen Reihenfolge gelesen. Deswegen habe ich nach dem zweiten Teil, den damals letzten Teil gelesen (inzwischen gibt es ja schon unzählige weitere Teile. Da habe ich den Überblick verloren). Während der Lektüre habe ich mich sehr über die Handlung gewundert, weil sie nicht zum Ende des zweiten Bandes gepasst hat. Auch die Anspielung auf vergangene Ereignisse kamen mir sehr merkwürdig vor. Konnte ich mich doch an nichts erinnern. Und so habe ich mir das Ende von Ezio Auditore gespoilert. Die übrigen Teile habe ich dann nicht mehr gelesen. Die Lust war vergangen.

Wie ist das bei euch? Wurdet ihr schon gespoilert? Und macht euch das was aus?

Ich wünsche Euch allen noch eine schöne Woche 🙂

[Plauderecke] Lesefreude schenken

Vor ein paar Wochen hat mir meine Mitbewohnerin hier im Wohnheim ein Mädel vorgestellt, eine Freundin aus ihrem Heimatland. Sie wollte mich unbedingt kennenlernen, um mit mir Deutsch zu sprechen. Wie sich rausstellte, sprach sie sehr gutes Deutsch und fast akzentfrei. Wir haben uns ein bisschen unterhalten und sie hat mir erzählt, dass sie mal von ihrem Bruder ein Werk von Goethe geschenkt bekommen hat.

Ich meine nichts gegen Goethe, aber als Fremdsprachenlerner gibt es definitiv spannendere Lektüren 😀 Ich meine Goethe ist nicht schlecht, aber auch nicht grade eIMG_1057infach. Daher beschloss ich, ihr mein gerade ausgelesenes „Der Himmel kann warten“ von Sofie Cramer zu schenken. Einfach so. Ich hätte es sowieso nicht wieder mit nach Deutschland genommen und bevor es im Müll landet, dachte ich mir, dass sie sich eventuell darüber freuen würde.

Ich konnte ihr das Buch leider nicht persönlich geben, da ich sie vor ihrer Abreise nicht mehr gesehen habe. Aber meine Mitbewohnerin hat es weitergereicht. Außerdem verriet mir meine Mitbewohnerin, dass ihre Freundin erst vor ein paar Tagen Geburtstag gehabt hatte. Welch schöner Zufall! So konnte ich noch eine nette Widmung verfassen. 🙂 Ein paar Tage später hat sie mir auf Facebook geschrieben und sich bedankt. So kam es, dass ich einfach so jemanden eine kleine große Freude machen konnte.

Habt ihr auch schon jemanden so eine Freude gemacht? Erzählt mir mehr 🙂

 

 

[Montagsfrage] Aus Büchern herauswachsen?

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Ach ja, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Auslandsaufenthalt neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Gestern habe ich meine Heimfahrt gebucht. In knapp 25 Tagen geht es zurück nach Hause.

Apropos Zeit. Die heutige Montagsfrage ist eng verknüpft mit dem Thema:

Gibt es ein Buch, dass du früher richtig gern mochtest, aber inzwischen nicht mehr?

Mit dieser Frage spielt Buchfresserchen auf einen Umstand an, den wahrscheinlich jeder kennt. Man wird älter, sieht mehr von der Welt und wenn man dann plötzlich sein Lieblingsbuch in die Hand nimmt, merkt man, dass das was dort geschrieben steht mit den eigenen Vorstellungen und Erwartungen nicht mehr viel zu tun hat.

Früher, so mit 14-16 Jahren habe ich die Bücher der Reihe ‚Freche Mädchen, freche Bücher‘ geliebt. Inzwischen weiß ich, dass das was dort erzählt wird, totaler Quatsch ist. Aus den Bücher bin ich definitiv „rausgewachsen“. Vielleicht ist meine Aversion gegenüber Liebesromanen und romantischen Komödien ja nur eine logische Folge davon. Wer weiß, würde mich auf jeden Fall nicht wundern 😀

Zwei weitere Reihen, aus denen ich hoffentlich niemals herauswachsen werde, sind die ‚Tintenherz‚-Reihe und die ‚Harry Potter‚-Reihe. Die Werte und Ideen, die diese Bücher transportieren, sind vielleicht eher ein Grund weshalb man mit ihnen mitwächst, anstatt aus ihnen herauszuwachsen. Die Geschichten an sich mögen noch unrealistischer sein als die von ‚Freche Mädchen, freche Bücher‘, dafür sind aber die Grundgedanken universeller.

Soo, wie sieht es denn bei euch aus? Gibt es ein Buch, dass ihr früher richtig gern mochtet, aber inzwischen nicht mehr?