[Montagsfrage] Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?

 

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Diesen Montag kommt die Montagsfrage auf Buchfresserchens Blog von Elli (Wortmagieblog) und lautet:

Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?

Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Gewalt in Büchern, egal ob physischer oder psychicher Natur. (Achtung: Ich bin absolut kein Fan von Gewaltverherrlichung!!) Und blutige gewalttätige Szenen gehören zu den Büchern, die ich normalerweise lese, einfach dazu. Ein Thriller oder Krimi ohne Gewalt und Blut, wo gibt es denn sowas? Ein  Fantasywälzer ohne epische Schlacht, mit Toten und jeder Menge Blut an den Schwertklingen oder einem ordentlichen Kampf, klingt für mich irgendwie falsch. Körperliche Reaktionen habe ich keine, „höchstens“, dass ich mal den Mund vor Ekel verziehe und die Nase rümpfe. Und meistens verfluche ich auch mein sehr reges Kopfkino, das bei solchen Szenen nicht unbedingt von Vorteil ist. Aber ansonsten habe ich keine Probleme damit. Es kommt wirklich sehr sehr selten vor, dass ich wegen einer Gewaltszene in einem Buch schlecht träume.

Wichtig ist für mich, dass die dargestellte Gewalt für den Plot einen Sinn ergibt. Wenn es also zum Beispiel die Filmreihe „Saw“ als Bücher gäbe, würde ich sie nicht lesen, weil ich für das Blutvergießen, das dort dargestellt wird, absolut kein Verständnis habe. Laut Wikipedia handelt es sich bei Saw ja auch um einen Horror-Thriller mit Splatter-Elementen. Und genau das meine ich: da wo exessive Gewaltdarstellungen im Vordergrund stehen, ist für mich eindeutig eine Grenze überschritten. Sinnloses Gemetzel finde ich also ziemlich uncool. Gewaltdarstellungen, die den Plot voranbringen, ihren Sinn und Platz haben, finde ich nicht schlimm.

Wenn ich mich selbst einschätzen müsste, würde ich sagen, dass ich physische Gewalt in Büchern besser „verkrafte“ als psychische Gewalt. Wobei ich vor allem von Folter, Vergewaltigungen (egal ob Mann oder Frau) und Prostitution überhaupt nicht gerne lese. Noch kurz zur psychischen Gewalt, die bei dieser Frage eher eine untergeordnete Rolle spielt. Psychische Gewalt, mit der ich überhaupt nicht gut umgehen kann, ist vor allem Mobbing. Diese Art von Gewalt nimmt mich dann doch meistens mehr mit.

Ein Paradebeispiel, was Gewalt und Blut angeht, ist, meiner Meinung nach, „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin. Dem Schriftsteller scheint es allem Anschein nach, sehr viel Freude zu bereiten, seine Figuren „abzuschlachten“. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wie vielen Toten ich auf den Seiten begegnet bin, aber allein schon diese Tatsache stellt eine Frage in den Raum: Erfüllen diese vielen Toten wirklich einen Sinn? Bringen sie die Handlung voran? Zu Beginn war ich über Martins Gemetzel entsetzt, aber es ist erstaunlich wie schnell man sich daran „gewöhnen“ kann. Inzwischen nehme ich es hin, weil ich es nicht ändern kann. Aber aufhören diese Reihe zu lesen, das kann ich dann auch nicht. Ich würde sagen, es ist teilweise echt grenzwertig.

Fazit: Ich komme ganz gut mit Gewalt in Büchern zurecht und ich lehne blutige Szenen auch nicht ab, solange die dargestellte Gewalt einen Sinn in der Geschichte erfüllt und einen gewissen Rahmen nicht überschreitet.

Einen interessanten Punkt, den auch Elli von Wortmagieblog anspricht, lautet:

Eine gute, überzeugende Schlachtbeschreibung ist mir mehr wert als jede romantische Szene

Da muss ich zustimmen. In diesem Fall müsste bei mir die Frage eher lauten: Wie kommst du mit Liebesszenen in Büchern zurecht? Magst du schnulzige Szenen oder lehnst du sie ab? 😀 Aber Spaß beiseite, so bin ich nun mal.

Und wie sieht es bei euch aus? Wie kommt ihr mit Gewalt in Büchern zurecht? Mögt ihr blutige Szenen oder lehnt ihr sie ab?

Jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht! 🙂

Eure Wiebke

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2 Gedanken zu “[Montagsfrage] Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab?

  1. Gute Idee, diese Montagsfrage! Mach ich doch gleich mal mit: Mich hat sehr verstört, wie erfolgreich diese „Vergeltung…“-Trilogie von Stieg Larsson war. Was soll das? Ist den Schweden langweilig in ihrem sicheren, stabilen Land, dass sie derartige Porno-Folter-Orgien brauchen? Mankell mit seinen Serienmorden ist ein Waisenkind dagegen…

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