[ACOERP Rezension] Playlist for the Dead

Mein allererster Challengebeitrag. Tadaaa 🙂 Ich habe mich ja in die „A Cup of Darjeeling“-Gruppe eingetragen: ich lese und rezensiere, im Rahmen der Challenge, mindestens ein englisches Buch im Monat. Für den ersten Monat der Challenge „A Cup of English Reads, please“ (zu finden bei Nightingale) ist die Wahl auf… Trommelwirbel… „Playlist for the Dead“ von Michelle Falkoff …gefallen.

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Titel: Playlist for the Dead
Autorin: Michelle Falkoff
Verlag: HarperTeen
Seiten: 288
Sprache: Englisch
Preis: Kindle eBook 8,54€
ISBN: 9780062310507
Erscheinungstermin: 27.01.2015/ Deutschland: 01.03.2016

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Inhalt
Nach einem Streit auf einer Party findet Sam seinen besten Freund, Hayden, tot in seinem Bett. Er hat Selbstmord begangen und alles was Hayden seinem besten Freund hinterlassen hat ist eine Playlist mit Musik und viele Fragen. Kann die Playlist Sam dabei helfen zu verstehen, warum sein bester Freund diesen radikalen Schritt unternommen hat? Doch als sich in einem Chat jemand als Hayden ausgibt und eine Reihe von Gewalttaten ihren Lauf nimmt, muss Sam endlich anfangen richtig zuzuhören.

Bewertung
Es gibt da einen Spruch, der lautet: „Das Einzige, was im Leben fehlt, ist die Hintergrundmusik“. Und ich glaube viele von uns haben sich schonmal eine Hintergrundmusik zum eigenen Leben gewünscht. In „Playlist for the Dead“ begleitet die Playlist, die Hayden seinem Freund Sam hinterlassen hat, Sams Leben in den Wochen nach dem Tod seines besten Freundes. Fast wie eine Hintergrundmusik, eine Lebensmusik. Und so wie die Musik Sam auf seinen Weg nach der Wahrheit begleitet, begleitet sie auch den Leser bei seiner Lektüre. „Playlist for the Dead“ ist ein bewegendes Ensemble aus Musik, Liedtexten und einer tieftraurigen Geschichte. Jedes Kapitel ist einem bestimmten Lied der Playlist zugeordnet und erst im Laufe des jeweiligen Kapitels erschließen sich für den Leser die Bedeutung und die Gründe für die Wahl dieses einen Songs. Die Musik transportiert die Emotionen, die dieser Geschichte zugrunde liegen, auf eine einmalige Art und Weise. Dass sich die Autorin, Michelle Falkoff, man muss es fast so nennen, bei der Komposition der Geschichte etwas gedacht hat, ist eindeutig.

Die Lieder der Playlist sind alle auch bei YouTube zu finden. Ich habe sie meist in der Mitte eines jeden Kapitels abgespielt oder erst am Ende und dann erstmal eine Lesepause gemacht und zugehört. Die Playlist ist ein Mix aus (mir teilweise) unbekannten und bekannten, neueren und etwas älteren Liedern. Ich plane auch mir die Lieder zu kaufen und mir so die „Playlist for the Dead“ zu erstellen, damit ich mich immer an Sams und Haydens Geschichte erinnern kann.

Was habe ich beim Lesen empfunden? Ich versuche mal einen Vergleich zu ziehen. Ich puzzle gerne. Und bei mir ist das so, dass wenn ich an einer schweren Stelle sitze, kann ich mich nur schwer von dem Puzzle lösen. Denn in mir höre ich dann immer eine kleine Stimme, die mir sagt: „Gleich, gleich hast du das nächste Puzzleteil. Streng deine Augen nur noch ein bisschen mehr an“. Es ist eine innere Spannung, ein Drang, eine innere Unruhe, die mich dazu anhält das nächste Puzzleteil zu finden. Und genauso war es auch beim Lesen von „Playlist of the Dead“. Jedes Kapitel ist ein Puzzleteil zu dem man ein anderes Teil finden muss. Man findet also immer Seiten, die zusammenpassen, bekommt aber gleichzeitig immer neue Lücken und neue Kanten. Mit jedem Kapitel findet Sam Antworten, er wirft aber gleichzeitig wieder neue Fragen auf. Und man kann das Buch nicht zur Seite legen, bis nicht alle Fragen beantwortet worden sind und das Puzzle komplett ist, weil dieser innere Drang, das Weglegen verbietet. Das Buch hat mich zwar nicht zum Weinen gebracht, aber es hat mich unglaublich nachdenklich und traurig gestimmt. Es hat auch dafür gesorgt, dass ich meine nähere Umgebung aufmerksamer wahrnehme als zuvor. Der Satz „For Sam. Listen and you’ll understand“ ist genial. Das ist natürlich sehr subjektiv, und ich möchte jedem (potenziellen) Leser die Möglichkeit geben sich selbst ein Urteil zu bilden. Deswegen verweise ich auf den letzten Absatz, unter dem Lieblingszitat. Dort verrate ich warum ich den Satz so genial finde.

Empfehlung
Ich möchte dieses Buch denjenigen empfehlen, die sich von einem Buch nicht nur unterhalten lassen wollen, sondern auch bereit sind sich mit dem Inhalt auseinander zu setzen und daraus etwas fürs Leben mitzunehmen. Denn genau das bietet dieses Buch: a lesson for life, eine Lektion fürs Leben. Es ist ein wunderschönes Buch, das es wert ist gelesen zu werden. Und wer es nicht auf Englisch lesen möchte, am 01.03.2016 erscheint es auch auf Deutsch!

Lieblingszitat

„But loneliness is a thing that has weight, and it gets heavier over time […]”


 

ACHTUNG SPOILER

Warum ist der Satz „For Sam. Listen and you’ll understand“ so genial und welche ist, meiner Meinung nach, die Lektion fürs Leben, die uns die Autorin mit auf den Weg zu geben versucht?

Kann sein, dass ich es überinterpretiere, aber Haydens letzte, schriftlcihe Abschiedsworte und somit die Playlist, auf die er sich bezieht, sollen nicht nur Hinweise sein, sondern die Worte enthalten eine Aufforderung, eine Möglichkeit das Leben und die Menschen besser zu verstehen. Es ist schwer in einem hektischen Alltag, in einer Welt bzw. Gesellschaft, die auf Erfolg und Profit getrimmt ist, aufmerksam zuzuhören und nicht ständig an sich zu denken. Wir sind nicht alleine auf dieser Welt und diese Geschichte erinnert uns daran. Eine Medaille hat immer zwei Seiten und jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Denn es gibt noch einen Spruch: “You can’t really understand another person’s experience until you’ve walked a mile in their shoes” Und weil das nicht geht, müssen wir mehr zuhören, noch mehr hinterfragen und auch verzeihen können. Dieses Buch hat bei mir ein Lese-Zeichen hinterlassen. Schade eigentlich, dass ich es als eBook gekauft habe!

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Ein Gedanke zu “[ACOERP Rezension] Playlist for the Dead

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