[Rezension] Blutige Anfänger

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Titel: Blutige Anfänger. Eine junge Ärztin packt aus
Autorin: Jaddo
Seiten: 222
Verlag: Ullstein
Erschienen: 10.08.2012
Preis: TB 8,99€
ISBN: 978-3-548-37466-6
Blog der Autorin (Französisch)
Verlagsseite

© Coverabbildung: Ullstein Verlag

 

 

 

Klappentext
Wenn Chefärzte sich für den „schönen Tumor“ ihrer Patienten begeistern, Hypochonder die Kollegen von der Nachtschicht nerven und störrische Greise die Intensivstation aufmischen, schlägt die Stunde von Jaddo – Ärztin und Bloggerin aus Leidenschaft. Jaddos Texte sind witzig, schockierend und bewegend. Denn konfrontiert mit den Tücken eines oft absurden Klinikalltags, muss sie sich jeden Tag aufs Neue bewähren. Nicht nur als Ärztin, sondern auch als Mensch.

Bewertung
Jeder von uns war schon mal beim Arzt, jeder kennt das lange Warten und die Hoffnung seinen Namen zu hören, wenn die Sprechstundenhilfe in den Warteraum kommt, um den nächsten Patienten abzuholen. Aber kaum einer macht sich darüber Gedanken, wie es wohl für die Ärzte ist, jeden Tag mit überfüllten Warteräumen Schritt halten zu müssen. Dieses Buch eröffnet dem Leser jene Perspektive. Es war wirklich interessant diese andere Seite kennenzulernen, mal von der anderen Seite vom Warteraum sich selbst betrachten zu können. Denn durch die vielen Arztserien, habe ich (oder vielleicht auch die große Mehrheit?) einen leicht verklärten Blick vom Arzt-Sein. In ihrem Buch räumt Jaddo damit auf. Mit teilweise düsterem Humor erzählt sie Anekdoten aus ihrer Zeit in der Ärzteausbildung und aus ihrem Praxisalltag. Sie beschreibt die Probleme, die kleinen Freuden, aber sie kritisiert auch die Umgangsformen der Patient-Arzt-Beziehung (von beiden Seiten) und zeigt, dass es nicht wie in Emergency Room, Grey’s Anatomy oder Private Practice abläuft.Während der Lektüre ist es mir manchmal passiert, mich in dem einen oder anderen Patienten oder Äußerungen zu erkennen. Jaddo setzt ihren Lesern gekonnt einen Spiegel vor die Nase.

Der Schreibstil und die Ausdrucksweise sind teilweise platt und haben mich nicht wirklich überzeugen können. Aber das könnte (!) auch daran liegen, dass vor allem die humorvollen Passagen, bei der Übersetzung verloren gegangen sind. Sehr gut gefallen, haben mir hingegen die Zitate. Die haben mich immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht.

Für Zwischendurch wirklich eine nette, interessante und teilweise erleuchtende Lektüre, aber ein wirkliches Lesehighlight war es für mich nicht. Aber ich denke, ich werde demnächst eine längere Wartezeit beim Arzt mit leichterem Gemüt hinnehmen. Denn Ärzte sind ja auch nur Menschen, auch wenn wir das hin und wieder vergessen.

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Blutige Anfänger

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