[Leseerlebnisbericht mit Spoilern] Harry Potter and the Cursed Child

Alle diejenigen, die das Skript noch NICHT gelesen haben, empfehle ich an dieser Stelle das Lesen dieses Beitrags abzubrechen, weil es in meinem Beitrag nur so von Spoilern wimmeln wird. Wirklich. Deswegen nochmal ganz deutschlich: ACHTUNG SPOILERWARNUNG!!!

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Titel: Harry Potter and the Cursed Child
Autoren: Joanne K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne
Verlag: Little, Brown Book Group
Erschienen: 31. Juli 2016
Sprache: Englisch
ISBN: 978-0-7515-6535-5

© Coverabbildung: Little Brown Book Group

 

 

Klappentext
It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children.
While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.


Zu diesem Buch wollte ich mehr als nur eine einfache Rezension schreiben, weil mir das gesamte Harry Potter Universum doch sehr am Herzen liegt. Aber ich bin ehrlich, ich hätte den Release fast verschlafen, wenn Instagram und Facebook mich nicht kurz vor dem Wochenende daran erinnert hätten. Für einen ganz kurzen Moment habe ich sogar überlegt, das Buch nicht zu lesen. Aber schlussendlich war die Neugierde, die Angst etwas zu verpassen und nicht mitreden zu können, zu groß. Vorgestern habe ich mir das Buch gekauft, durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es mir nicht so gut gefällt. „Harry Potter and the Cursed Child“ war nicht durch und durch schlecht, absolut nicht. Es gab Dinge, die mir gefallen haben und Dinge, die mir weniger gut gefallen haben (so ist es doch bei jedem Buch). Leider wiegen die Dinge, die mir nicht gefallen haben, schwerer. Was mir warum wie gefallen oder nicht gefallen hat, werde ich in den nächsten Absätzen erklären.

Zunächst mal zur Form, mir war egal, ob es sich um ein Skript handelt oder um einen Roman. Natürlich hätte man in der Romanform vieles besser und ausführlicher erklären können. Aber die Form stört mich nicht, trägt aber stark dazu bei, dass es sich herunter liest wie Butter. Obwohl es ein sehr kurzweiliges Vergnügen ist, hat die Vorstellungskraft doch sehr viel zu tun. Das fand ich gut.

Der Zeitumkehrer, ein Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Ich finde den Zeitumkehrer klasse. Die Zeitsprünge lassen zu, dass sich Albus und Scorpius, die Hauptfiguren der Geschichte, charakterlich verändern können. Einerseits bringen die Zeitsprünge leben in die Handlung und treiben sie voran, andererseits wirkt die Handlung dadurch auch schnell überladen. Die vielen Zeitsprünge und die verursachten Veränderungen, machen aus der Geschichte schnell eine Versammlung von allen möglichen Harry Potter Figuren (Bane, Umbridge, Snape, Myrte) aber auch Ereignissen (Trimagisches Turnier, Hallow’s Eve). Wie gesagt, ein bisschen überladen. Natürlich verleihen diese Rückbezüge und Anspielungen der Geschichte einen gewissen nostalgischen Reiz, der aber, meiner Meinung nach, nicht ganz ausgeschöpft werden konnte, weil zu viel in einen Topf geworfen worden ist.

Schön fand ich, dass auch in dieser Geschichte Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt, nicht nur in der Familie, eine zentrale Rolle spielen: Dreh und Angelpunkt vom Harry Potter Universum. Vor allem die Vater-Sohn-Beziehung wird besonders hervorgehoben. Sehr komisch fand ich, dass von James irgendwann gar keine Rede mehr war, als wäre er verschwunden. Er taucht nur am Anfang auf und wird am Ende lediglich erwähnt. Hätten ihn die Veränderungen, die durch das Spielen mit der Zeit verursacht worden sind, nicht auch irgendwie betreffen müssen?

Es gibt insegamt drei Punkte, die mich massiv gestört haben: Scorpius, Delphi und Cedric Diggory. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich habe nichts gegen Scorpius als Figur einzuwenden (eigentlich finde ich ihn ganz süß :-D), sondern eher gegen das Gerücht, dass ihn und seine Geburt umgibt. Scorpius soll der Sohn von Voldemort sein. Genau, das klingt nicht nur absurd, sondern ist es auch. So dumm kann ja noch nicht mal Draco Malfoy sein. Er hat bei der Schlacht um Hogwarts seine Lektion gelernt. Zum Glück. Und zum Glück handelt es sich nur um ein Gerücht. Aber es kommt ja noch schlimmer: Vorhang auf für Delphi (interessante Verbindung zum Orakel von Delphi). Was bei Scorpius nur ein Gerücht war, wird bei ihr zur Wahrheit: SIE ist die Tochter von Voldemort und Bellatrix Lestrange. Dass Bellatrix sich auf den Dunklen Lord einlassen würde, ist keine Überraschung. Aber kommt schon, Voldemort und Kind? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Voldemort auch nur ein irgendwie geartetes Interesse an Sex haben könnte. Das passt einfach nicht zusammen. Für Voldemort zählt Macht und noch mehr Macht. Würde ein Kind nicht eher eine Bedrohung dieser Machtposition darstellen? Meiner Meinung nach, ist an dieser Stelle die Fantasie mit den Autoren durchgegangen.

Ein weiterer Handlungsschwerpunkt, den ich ziemlich aberwitzig fand, war die Idee Cedric Diggory zu retten. Verdammt, seit dem Trimagischen Turnier sind so verdammt viele Jahre ins Land gegangen. Was soll der Käse denn jetzt? Da hat wohl jemand sehr tief in der Harry Potter Kiste gegraben. Zugegeben, die Prophezeiung ist genial, aber irgendwie hat mir dieser 8. Teil das Gefühl gegeben, die anderen sieben Abenteuer waren für die Katz.

Das große Finale steht selbstverständlich wieder unserem Harry zu, schade eigentlich, war aber natürlich abzusehen, da es ja „Harry Potter and…“ heißt. Was Scorpius an einer Stelle sagt, lässt sich sehr gut auf Harrys Heldenrolle übertragen: Er sagt, Albus würde zu viel über sich reden. Dasselbe gilt für Harry: Es wird Zeit für ihn zurückzutreten.

„Harry Potter and the Cursed Child“ ist ein Versuch die Vergangenheit (Voldemort) wieder aufleben zu lassen, aber manchmal ist es besser die Vergangenheit ruhen zu lassen. Ich bin mit Neugierde an das Skript gegangen, in der Hoffnung es könnte gut sein. Aber diese Geschichte reicht (inhaltlich) nicht an die anderen Bände heran. Selbstverständlich, ich habe mich unterhalten gefühlt, aber ich habe mehr erwartet als das. Ich brauche das Gefühl nach Hause zu kommen.

Ich werde für immer ein Fan von Harry Potter sein und daran hat auch dieser achte Teil nichts geändert. Ich bin dankbar dafür, dass ich mit Harry aufwachsen, von ihm lernen und wichtige Werte für mein eigenes Leben mitnehmen durfte. Für mich persönlich hat die Geschichte ein Ende gefunden, als ich die letzte Seite von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ gelesen  und den letzten Film im Kino gesehen habe.

Es war wirklich schwer das alles in Wote zu fassen. Ich hoffe es ist mir gelungen und ihr könnt verstehen, warum ich „Harry Potter and the Cursed Child“ nicht so richtig in mein Herz schließen konnte, wie die anderen sieben Bände.

Lieblingszitate
„How to distract Scorpius from difficult emotional issues. Take him to a library“ (S. 89)

„What have you done?“ „I, uh, I opened a book. Something which has – in all my years on this planet – never been a particularly dangerous activity“ (S. 90) (Oh wir erinnern uns an Harrys zweites Schuljahr :-D)

„Friends?“ „Always“ (S. 156-157) The feels!!!! 😦 An wen erinnert uns das? Ja, genau an Snape und Lily. 😦 😦

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3 Gedanken zu “[Leseerlebnisbericht mit Spoilern] Harry Potter and the Cursed Child

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