[Rezension] Couchsurfing im Iran

Ich liebe es zu reisen: Neue Orte entdecken, neue Menschen und andere Kulturen kennenlernen. Reiseliteratur kann ein ganz toller Weg sein, um im Kopf zu reisen und zu träumen. Genau dabei hat mir „Couchsurfing im Iran“ von Stephan Orth geholfen.

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Titel: Couchsurfing im Iran
Autor: Stephan Orth
Verlag: Malik (Piper Verlag)
Seiten: 239
Sprache: Deutsch
Erschienen: 9. März 2015
Preis: TB 14,99€
ISBN: 979-3-89029-454-4
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© Coverabbildung: Malik (Piper Verlag)

 

 

Klappentext
Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, erlebt irrwitzige Abenteuer – und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Denn die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft, sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen.

Bewertung
Ich liebe Reiseliteratur. Ich bekomme davon immer Fernweh und Wanderlust. Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich den Iran nie wirklich als mögliches Reiseziel in Betracht gezogen, aber Stephan Orth hat das Land mal von einer ganz anderen Seite dargestellt. In diesem Buch stehen das Reisen an sich, die Erfahrungen mit dem Land, den dort lebenden Menschen und der Kultur im Mittelpunkt. Das soziale Phänomen Couchsurfing ist dazu der Schlüssel. Es ist ein modernes Phänomen, das meine Neugierde geweckt habe.

Es hat sehr viel Spaß gemacht dem Autor auf Entdeckungsreise durch den Iran zu folgen. Der Autor ermöglicht dem Leser viele persönliche Einblicke in die Leben und Lebensweisen verschiedener Menschen. Seine Reise beginnt in Teheran und geht quer durch das Land. Er besucht viele mir unbekannte Städte, wie z.B. Kish, Bam oder Kerman. Der Autor versorgt den Leser mit vielen hilfreichen Reisetipps, hochwertigen Bildern und lustigen Anektdoten und verpackt diese auf eine sehr geistreiche Art und Weise mit sehr viel Witz und Charme. So erfährt der Leser sehr viel über den Iran, seine Gepflogenheiten, Gesetze, Probleme, Perspektiven und Hoffnungen.

Um ehrlich zu sein, hat mir das Buch auch dabei geholfen über meinen Tellerrand zu schauen. Es hat mit ein paar Klischees und Vorurteilen abgerechnet und mir den Iran von einer ganz anderen Seite gezeigt. Einer Seite, die man im Fernsehen nicht zu sehen bekommt. „Couchsurfing im Iran“ ist nicht nur ein munterer Reisebericht, der den Leser unterhalten soll. Der Autor kritisiert auch, er regt den Leser zum Nachdenken an, auch über die eigene Gesellschaft. Ein ganz wichtiger Gedanke, den ich mitgenommen habe, ist dass es keine schlechten Orte gibt, um Menschen kennenzulernen.

Fazit
So verschlossen sind die Türen im Iran anscheinend doch nicht… 😉 Das Buch zu lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe auch vieles Wissenswertes daraus mitgenommen. Ich weiß zwar nicht, ob ich jemals in den Iran reisen werde (es stehen noch so viele andere Länder auf meiner Liste), aber Stephan Orth hat mir gezeigt, dass es viele gute Gründe gibt es zu tun. Ich möchte das Buch all jenen empfehlen, die gerne reisen, die vom Fernweh geplagt sind oder es mal wieder sein wollen.

Lieblingszitate
„Fernreisen sind die Statussymbole meiner Generation. Früher parkte man einen neuen Sportwagen vor der Garage, um die Nachbarn neidisch zu machen. Heute schafft man das Gleiche mit sechs Monaten Rucksacktrip durch Indien oder einer VW-Bus-Tour durch Neuseeland.“ (S. 83)

„Es gibt keine schlechten Orte, wenn du reist, um Menschen zu treffen“ (S. 124)

„Wer die Welt über die ‚Tagesschau‘ kennenlernt, verschubladet sein Unterbewusstsein mit Bildern von Extremen […]“ (S. 180)

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