[ACOERP] Aquarium

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Titel: Aquarium
Autor: David Vann
Seiten: 266
Erschienen: 2015
Sprache: Englisch
Verlag: Windmill
Preis: TB 8,9€
ISBN: 9780099592259
Verlagsseite ENG
Verlagsseite DEU

 

 

 

Klappentext
Die zwölfjährige Caitlin lebt allein mit ihrer Mutter in einem Vorort von Seattle. Jeden Tag geht sie nach der Schule ins öffentliche Großaquarium und wartet dort, bis ihre Mutter sie abends nach der Arbeit abholt. Sie ist fasziniert von den stummen, bunten Wesen hinter dem Glas und geht ganz in der rätselhaften Unterwasserwelt auf. Eines Tages trifft sie im Aquarium einen älteren Mann, der die Fische ebenso zu lieben scheint wie sie selbst. Sie freundet sich mit ihm an – und öffnet damit nichtsahnend die Tür zur Vergangenheit ihrer Mutter. Eine Tür, die diese verzweifelt wieder zu schließen versucht, und sei es mit drastischen Mitteln.

Meine Meinung
Zunächst dachte ich, dass mich hier eine ganz angenehme Lektüre erwartet, aber weit gefehlt. Die Einfachheit, die die Geschichte am Anfang auszeichnet, verflieg rasant schnell und es kommt einem so vor als würde man selbst in den Abgrund stürzen, in den Catailn stolpert. Genau wie sie rutscht man in einen Albtraum. Was Catlains Mutter ihrer Tochter antut ist entsetzlich und verstörend. Ich selbst habe mich sehr vor dieser Frau geekelt, vor ihrem Charakter, ich wollte nicht lesen, was sie ihrer Tochter als nächstes antut. Irgendwann wird einem klar, was manche Menschen tun müssen, um zu ÜBERLEBEN und das Mitleid mischt sich in diesen Hass gegenüber der Mutter. Und ganz langsam beginnt man beide Seiten zu verstehen, die der Mutter und die des älteren Mannes. Aber man kann sich auf keine Seiten außer der von Caitlin stellen.

Es ist unfassbar wie der Autor seine Geschichte aufgebaut hat: alles beginnt mit dem Aquarium, wo Ruhe, Stille, Einsamkeit und Gelassenheit herrschen. Dann kommt der Sturm, ihre Mutter mit ihrer Vergangenheit. Die könnte man mit dem Besucheransturm an einem Sonntag gleichsetzen. Die Geschichte erreicht eine Fülle an Konflikten wie es Fische im Meer gibt. Caitlin ist wie ein Fisch, der während des Unwetters an die Wasseroberfläche geraten ist und nun den Wellen schutzlos ausgeliefert ist. Es gefällt mir sehr gut, wie sich die Aquariumsmetapher durch die gesamte Geschichte zieht, sie ist sozusagen der rote Faden der Geschichte.

Besonders verwirrend ist, dass es keine Anführungszeichen gibt und es somit manchmal schwer war, die gesprochene Rede von Gedanken zu unterscheiden. Am Anfang hat es mich etwas gestört, aber im Nachhinein hat es doch Sinn gemacht. Caitlin erzählt aus ihrer Kindheit: es sind Erinnerungen, dass die mal durcheinander kommen und verschwimmen, ist normal. Was mir vom Layout her noch gut gefallen hat, sind die Zeichnung einiger Fische. Diese kleinen Kunstwerke verleihen dem Buch eine besondere Note.

Zuerst mochte ich die Geschichte nicht: die Konflikte schienen mir übertrieben, zu konstruiert und vollgepackt. Dann hat sie mich ordentlich aufgewühlt, aber mit einem Gefühl der inneren Ruhe zurückgelassen. David Vann hat eine außerordentliche Geschichte zu Papier gebracht, die auf jeden Fall lesenswert ist. Sie ist anders, möglicherweise gewöhnungsbedüftig.

Fazit
„Aquarium“ erzählt von zwei starken Frauen, die kein einfaches Leben haben, aber niemals aufhören für eines zu kämpfen. Es ist eine Geschichte voller Schicksalsschläge und Verhaltensweisen, die nicht leicht zu verdauen sind. Eindeutig keine leichte Kost, aber lesenswert.

Lieblingszitate
„Real life was more like the ocean, where any predator might come along at any time“ (S. 46)

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Ein Gedanke zu “[ACOERP] Aquarium

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