[Rezension] Shore, Stein, Papier

shoresteinpapier

Titel: Shore, Stein, Papier
Autor: $ick
Verlag: Piper
Erschienen: September 2016
Seiten: 432
Preis:  14,99€
ISBN: 9783492060400

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© Coverabbildung: Piper Verlag

 

 

Klappentext
Über zwanzig Jahre bestimmen Shore, Stein und Papier – also Heroin, Koks und Geld – $icks Leben. Als Jugendlicher kifft er viel, mit 15 raucht er zum ersten Mal Shore. Ein wohlig warmes Gefühl durchflutet ihn und seine Probleme sind vergessen. Als er Monate später erfährt, dass Shore nur ein anderes Wort für Heroin ist, konsumiert $ick die Droge bereits täglich. Um seine Sucht zu finanzieren, verkauft er bald selbst Stoff, begeht zahllose Einbrüche und landet im Knast. Erst nach der Geburt seiner Tochter und mehreren Therapieversuchen gelingt es ihm, den Teufelskreis aus Drogen und Kriminalität zu durchbrechen und die Sucht hinter sich zu lassen.

Meine Meinung
Je mehr Bücher ich lese, die um das Thema ‚Drogen‘ kreisen, desto entsetzter und fassungsloser bleibe ich zurück. Diese Bücher werden nicht langweilig, weil jedes für sich einzigartig ist und von einem außerordentlichen Schicksal erzählt. Sprachlos war ich auch nach diesem Buch. Über meinen Freund bin ich auf den Autor aufmerksam geworden. Mein Freudn hat mir begeistert von der YouTube-Serie namens „Shore, Stein, Papier“ erzählt. Als dann das Buch erschienen ist, habe ich beschlossen $ick auf seinem Lebensweg zu begleiten.

„Was macht das mit dir?“, ein ganz wichtiger Satz, dem man im Laufe des Buches immer wieder findet. Ich will ihn mal für meine Rezension missbrauchen: Was macht dieses Buch mit mir? Das Buch ruft in mir ganz viele verschiedene Gefühle hervor. Zum einen macht mich $icks krasse Lebensgeschichte sehr traurig. Es ist traurig was ihm als Kind und als Erwachsener wiederfahren ist, dass ihm die Geborgenheit einer intakten Familie so sehr gefehlt hat, dass er dieses Loch mit einer anderen Wärme füllen musste. Entsetzt bin ich über die Reaktion seiner Mutter, als sie erfahren hat, dass ihr Sohn drogenabhängig ist. Entsetzt bin ich auch über die Übermacht der Drogen, die selbst vor Gefängnismauern nicht Halt machen. Und trotzdem macht mir dieses Buch auch ein wenig Hoffnung. Denn es leistet so viel. Es leistet einen wichtigen Teil an Präventionsarbeit und öffnet vielleicht dem einen oder anderen die Augen und dient als helfende Hand, wo $ick keine hatte.

Ich denke, dass sehr viel Mut dazu gehört auf diese intensive Art und Weise über seine Drogensucht zu sprechen, wie $ick das in seinem Buch oder auf seinem YouTube-Kanal macht. Er schreibt sehr eingängig und locker (über ein so ernstes und schlimmes Thema), ohne etwas zu beschönigen. Die Zeilen sind authentisch und er erspart dem Leser nichts. „Shore, Stein, Papier“ ist eine ausführliche Schilderung vom Drogenkonsum, vom Knast, von der Therapie, der Dealerei und nicht zuletzt, aber ganz wichtig, vom Entzug. Die Darstellungen des Entzugs fand ich persönlich am schlimmsten, aber trotzdem sind sie unerlässlich.

Obwohl sich die Grundhandlung immer wiederholt, wird es nicht langweilig – ganz im Gegenteil. Nach jedem Mal Knast-Therapie-Drogen-Dealeriei-Knast-etc wurde ich immer fassungsloser. Ich habe die Augen verdreht, wenn er tatsächlich wieder dieselbe Sch**** abgezogen hat. Ohne jeglichen Lerneffekt. Ohne Einsicht. Zu Beginn schildert der Autor die Geschehnisse noch sehr ausführlich und die Zeitabstände zwischen den Zeitsprüngen sind noch recht kurz. Erst gegen Ende wird die Erzählung ein wenig gerafft. Das fand ich vor allem dann gut, wenn er mal wieder im Knast saß. Er hat sich dann nur noch auf bestimmte Aspekte des Gefängnisaufenthaltes beschränkt.

Zu guter Letzt, hoffe ich, dass $ick stark bleibt und dem immerwährenden Kampf gegen die Drogen mutig die Stirn bietet und kämpft. Kämpft für seine Frau und seine Tochter, aber in aller erster Linie für sich selbst. Denn er ist es worauf es ankommt.

Fazit
Absolute Leseempfehlung! Absolut. Wenn ihr kein Problem mit schonungslosen Darstellungen (Körperflüssigkeiten!) oder kräftiger Sprache habt, dann lest dieses Buch. Bitte. Ein erstes Highlight in 2017.

Lieblingszitate
„Ich hatte noch nie etwas bis zum Ende durchgezogen. Absolut gar nichts. Nada. Nix. Außer Scheißebauen vielleicht.“ (S. 321)

„Sucht ist eine Lebensdiagnose und man wird sie erst los, wenn man in die Kiste springt. Man kann nur lernen, damit umzugehen. Mehr nicht“ (S. 431)

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