[Rezension] Schnitt!

Schnitt_vandelaar

Titel: Schnitt!
Autor: Arnold van de Laar
Verlag: Droemer Knaur (Bildnachweis)
Seiten: 432
Preis: HC 22,99€; TB 14,99€
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-629-32091-9

Verlagsseite

© Coverabbildung: Droemer Knaur

 

 

Inhalt
Von den dunklen Anfangszeiten der Chirurgie, als noch ohne Betäubung amputiert wurde, über königliche Operationen bis zu den heutigen High-Tech-OPs – der Chirurg Arnold van de Laar beschreibt in seinem Buch so packend wie allgemeinverständlich die Geschichte der Chirurgie.
Ohne Fachbegriffe zu scheuen, aber doch leicht lesbar und gespickt mit zahlreichen interessanten Details gibt van de Laar einen spannenden Einblick in sein Fach.
In 28 Kapiteln erzählt er anhand berühmter Operationen, was genau im Operationsaal geschieht. Eingehend widmet er sich Erkrankungen und Verletzungen bekannter Persönlichkeiten wie Bob Marley, Kaiserin Sissi, Lenin, Königin Victoria, Einstein und Präsident Kennedy. (Droemer Knaur)

 

Meine Meinung
Zu Beginn habe ich befürchtet, dass es eine trockene und komplizierte Abhandlung über die Chirurgie werden würde. Noch nie habe ich mich dermaßen geirrt. Obwohl das Buch nur so von Fachterminologie strozt, erklärt der Autor die Fachtermini auf eine einfache und leicht verständliche Weise, ohne, dass man sich als Leser dumm vorkommt.

 

Der Autor macht dem Leser die Geschichte der Chirurgie schmackhaft, indem er sachlich und trotzdem mit ein wenig Humor über denkwürdige Operationen, bewundernswerte Pioniere und einmalige Entwicklungen schreibt. Er hat damit genau das eingefangen, was die Chirurgie für viele Laien so faszinierend macht. Der Gott im weißen Kittel wird zum Menschen und seine Geheimnisse werden gelüftet.

 

Der Autor beschreibt eine Reise, die in der Antike beginnt und in der Neuzeit endet. Außerdem wirft er einen kurzen Blick in die Zukunft. Teilweise wirklich erschreckend, wie Menschen damals behandelt wurden und vor allem unter welchen (unhygienischen) Umständen. Die Chirurgie, wie wir sie heute kennen, ist noch gar nicht so alt, wie ich dachte. Die Schilderungen sind größtenteils unblutig (soweit möglich) und nicht sensationsheischend.

 

Der Text wird von Infokästen zu Themen rundum die Chirurgie (Krankheiten, Untersuchungen, Abläufe) durchbrochen. Am Ende befindet sich ein Glossar, in dem an die Fachterminologie nochmal nachschlagen kann. Zusätzlich gibt der Autor ein ausführliches Quelenverzeichnis, für diejenigen, die die Them weiter vertiefen möchten.

 

Der Autor und Chirurg, Arnold van de Laar, hat ein tolles und lesenswertes Sachbuch verfasst, welches Laien in die sagenumwobene und rätselhafte Chirurgie einführt. Einiges kam mir durch die vielen Arztserien bereits bekannt vor (Krankheiten, Organe, Operationen), aber der Löwenanteil war mir neu. Dieses Buch poliert das eigene Allgemeinwissen auf jeden Fall auf. Jedes Kapitel lädt dazu ein, seine Mitmenschen mit einem nervigen „Wusstest du schon, dass…“ in den Wahnsinn zu treiben und ihnen alles über Einsteins abdominales Aortenaneurysma zu erzählen (ob wie wollen oder nicht). Mein Freund nennt es ‚gefährliches Halbwissen‘. So ganz Unrecht hat er damit nicht, denn das Buch ersetzt ganz sicher keine medizinische Ausbildung und es ist auch fraglich wie viel von dem darin komprimierten Wissen tatsächlich hängen bleibt.

 

Fazit
Dieses Sachbuch empfehle ich medizininteressierten Laien, jedem Grey’s Anatomy Fan aber auch angehenden Medizinern. Ich habe einer Freundin von diesem Buch erzählt und sie war sofort Feuer und Flamme es zu lesen (nächste Woche verteidigt sie ihre Abschlussarbeit; sie studiert Medizin). Schade nur, dass es von dem Buch noch keine englische (oder italienische) Übersetzung gibt. Ansonsten hätte ich es ihr zum Abschluss geschenkt.

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