[Rezension] Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen

Itscoleslaw_perfektsein

Titel: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen
Autorin: ItsColeslaw
Verlag: Fischer Verlage
Seiten: 304
Erschienen: 2017
Preis: Paperback 12,99€
ISBN: 978-3-7335-0380-2

Verlagsseite

YouTube-Kanal: ItsColeslaw

© Coverabbildung: S. Fischer Verlage

 

 

Inhalt
Erwachsenwerden ist eine der schwierigsten Erfahrungen, die wir überleben müssen. Manchmal tut es gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der das alles schon durchgemacht hat und dir versichert: so schlimm ist es gar nicht, du schaffst das schon! Lisa Sophie ist wie die große Schwester, die du dir immer gewünscht hast! Ob es um Liebe, Probleme in der Schule oder Stress mit den Eltern geht, Lisa Sophie spricht auf ihrem YouTube-Kanal ›ItsColeslaw‹ aus eigener Erfahrung – und das nicht immer ohne Fremdschämfaktor! Sie ist (gefühlt) schon in jedes Fettnäpfchen getreten und hat die peinlichsten Situationen erlebt! Aber hey – genau das kann doch jedem mal passieren, oder? Lisa Sophie erzählt von ihrer Zeit als Teenager und den Problemen, die sie zu bewältigen hatte. Sie zeigt dir, dass am Ende doch noch alles gut wird! © S. Fischer Verlage

Meine Meinung
Ich schaue die Videos von ItsColeslaw (Lisa Sophie) sehr sehr gerne. Wegen ihrer sympathischen und heiteren Art und der ansprechenden Themen habe ich ihr Buch in die Hand genommen.  Obwohl ich nicht zur (offiziellen) Zielgruppe des Buches gehöre, schließlich habe ich die Pubertät erfolgreich hinter mir gelassen und bin nun erwachsen (haha), hatte ich trotzdem sehr viel Spaß bei der Lektüre. Ich konnte viele Gemeinsamkeiten zu meiner eigenen Pubertät bzw. dem Erwachsenwerden feststellen und habe mich in einigen Schilderungen wiedererkannt. Z. B. wollte ich früher auch immer die Beste sein (ein Laster, das mich teilweise immer noch begleitet). Auch ich war (und bin?) in Sachen Mode katastrophal unterwegs. Und wer war nicht in Fiete von den Pfefferkörnern verknallt? Mit dem Freundschaftenschließen hatte ich nicht so wirklich viele Probleme. Wenn man alle 3 Jahre umzieht, gewöhnt man sich daran, zunächst nirgends dazuzugehören. 

Mir ist bei der Lektüre aufgefallen, dass sich jedes Mädchen während dieses Lebensabschnittes irgendwie denselben oder ähnlichen Problemen gegenübersieht. Da stellten sich mir die Fragen: Warum machen wir es uns dann gegenseitig immer so schwer? Warum mobben wir, warum lästern wir? Warum halten wir nicht einfach zusammen? Mir ist klar, dass in diesen Gedanken ein Hauch Utopie mitschwingt, aber ich denke, dass dieses Buch durchaus dazu beitragen könnte, einen netteren Umgangston unter den Jugendlichen zu fördern oder zumindest die eine (oder den anderen) zum Umdenken bewegen könnte.

Ich denke, dass die Autorin mit ihrem Buch vielen Mädels aus der Seele spricht. Sie erteilt klugen und gerechtfertigten Rat, den man sich ruhig zu Herzen nehmen kann. Hätte ich diesen Rat damals gehabt, dann wäre die Zeit nur halb so schlimm gewesen. Meiner Meinung nach, wäre es echt ganz cool gewesen, Lisa Sophie als Freundin zu haben. Wir hätten uns gut verstanden. Als Schwester benötige ich sie nicht unbedingt, schließlich habe ich ja schon eine und die ist vom Umtausch ausgeschlossen (auch wenn wir uns früher gerne gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben – bildlich gesprochen 😉 ).

Genau wie in ihren Videos (wer sie kennt, wird mir hoffentlich zustimmen), erzählt sie schwungvoll von den Höhen und Tiefen ihrer Pubertät und vom Erwachsenwerden. Sie nimmt sich selbst nicht allzu ernst, spricht aber mit der notwendigen Ernsthaftigkeit über Themen wie Sexualität, psychische Probleme, über den Umgang mit Jungs, Mädchen, Freunden, Familie und schließlich auch über YouTube. Daher finde ich es gut, dass sie auch über sehr private Probleme und Erlebnisse spricht. Sie berichtet aus einem breiten Erfahrungsschatz und zeigt damit, dass man nie genau wissen kann, was eine Person wirklich durchmacht. Peinliche Situationen kennt doch nun mal jeder, ob als Teenager, junger Erwachsener oder Erwachsener. An peinlichen Situationen gibt es keinen Weg vorbei. Aus meiner (erwachsenen) Perspektive betrachtet, vermittelt sie ein positives Lebensgefühl und gibt den Teenagern wertvolle Gedankenanstöße mit auf den Weg. Einiges scheint zwar selbstverständlich, was aber wiederum nicht heißt, dass es für jeden immer eindeutig ist; unabhängig davon, ob man ein Teenager ist oder nicht.

ItsColeslaw hat mir mit ihrem Buch bewiesen, dass es im Leben heißen sollte:

  1. Leben und leben lassen;
  2. Perfektion ist langweilig und wird überbewertet. Und wie Manfred Lutz schreibt: „Wer immer perfekt sein will, wird sicher scheitern“.

Und ganz ehrlich, wir sind doch alle ein bisschen ’socially awkward‘, oder?! 😉

Fazit & Empfehlung
‚Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen‘ ist ein Ratgeber, der gar nicht so rüberkommt. Denn die Autorin spricht mit ihren Lesern auf Augenhöhe und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Dadurch bekommt man das Gefühl, dass man sich gerade mit einer guten Freundin austauscht. Falls ihr eine (pubertierende) Schwester habt, und ihr etwas Gutes tun wollt, dann kann ich euch dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Ich empfehle es auch denjenigen Erwachsenen, die sich gerne mit einem lachenden und einem weinenden Augen an die Zeit des Erwachsenwerdens zurückerinnern möchten.

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