[Rezension] Die Mächte des Feuers

Heitz_MächteFeuer

 

Titel: Die Mächte des Feuers
Reihe: Ja – Band 1
Autor: Markus Heitz
Verlag: Pieper Verlag
Seiten: 576
Erschienen: 2016 (Neuauflage)
Preis: TB 10€
ISBN: 978-3-492-28106-5

Zum Piper Verlag

Homepage von Markus Heitz

© Coverabbildungen: Piper Verlag

 

 

Inhalt
Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück …  © Piper Verlag

Meine Meinung
Als großer Drachen-Fan war es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis ich diese Reihe lese. Bei mir hat es jetzt tatsächlich etwas länger gedauert, aber dafür habe ich schnell aufgeholt (Band 2 habe ich auch schon gelesen und jetzt fiebere ich Band 3 entgegen). Generell ist es lange her, dass ich einen richtigen Fantasy-Schinken in der Hand hatte. Jetzt habe ich meine Komfortzone überwunden und bin über alle Maßen süchtig und begeistert!

Die Mischung aus Fantasy und historischen Ereignissen hat mich von Anfang an mitgerissen. Ich brauche keine neuerschaffene Welt, um mich in Fantasy zu verlieren. Ich bin der Meinung, dass es nicht sehr vielen Autoren gelingt, Fantasy und Realität auf eine glaubwürdige und ansprechende Art und Weise verschmelzen zu lassen. Markus Heitz ist dieses Spiel mit der Realität gelungen. Zwischendruch musste ich immer wieder feststellen: Schade, dass es keine Drachen gibt! Andererseits ist diese Tatsache doch irgendwie beruhigend. Zwar sind die Drachen Bösewichte, also blutrünstige Monster, die die Menschen genüsslich verspeisen, schmälert das meine Begeisterung nicht (als großer Fan von der Temeraire-Reihe, war diese Perspektive doch etwas gewöhnungsbedürftig). Auch die Tatsache, dass die Menschen als Marionetten fungieren und es die Drachen sind, die sie sich zunutze machen, ist anders aber doch nicht so abwegig. Obwohl sich die Drachen in diesem Band noch etwas bedeckt und im Hintergrund halten, spürt man ihre Macht. Eigentlich passt das Bild, das der Autor von den Drachen zeichnet, viel besser. Zwar fand ich es am Anfang etwas beunruhigend, dass die Drachen einen hohen Menschenkonsum pflegen, aber zum Glück gibt es die Drachenheiligen und -jäger.

Auch sprachlich hat mich der Autor überzeugen können. Die Ausdrucksweise ist zeitgemäß bzw. so wie man es für die 20er Jahre erwarten würde. Zudem kommt es einem durch die Beschreibungen so vor als wäre man tatsächlich vor Ort. Als würde man tatsächlich mit Silena durch die Luft düsen und Drachen erledigen. Vor allem die Beschreibungen wie die Drachen kämpfen und morden, empfinde ich als sehr realitätsnah (jaja, haha realitätsnah) bzw. glaubwürdig. Man merkt, dass in jedem Abschnitt sehr viel Liebe zum Detail liegt. Dabei wird es aber zu keinem Zeitpunkt langatmig oder langweilig, ganz im Gegenteil; die Handlung schreitet rasant voran. Die verschiedenen Handlungsstränge, die Mitspieler und Gegenspieler, ihre Intrigen und (inneren und äußeren) Konflikte machen die Geschichte sehr lebendig. Der Autor kennt sich aus mit unerwarteten Wendungen und Cliffhangern. Vor allem bei den letzten 200 Seiten fiel es mir sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl ich leider zugeben muss, dass ich den finalen Kampf als etwas zu hektisch empfunden habe. Erträglich fand ich die zarte Liebesbeziehung, die sich langsam aber sicher entspinnt aber zu keinem Zeitpunkt die Handlung dominiert hat.

Heitz_MächteFeuer

Ich möchte auch noch kurz etwas zum Cover sagen. Das Cover, das man auf der Seite vom Piper Verlag findet (s. o.), ist eine Neugestaltung. Mir persönlich gefällt das alte Cover viel besser. Warum? Ganz einfach: Manchmal sagt ein Bild eben mehr als 1000 Worte. Das Cover passt einfach viel besser zur Geschichte und ist nicht ’nichtssagend‘. Es enthält ein paar versteckte Hinweise. Zudem ist es viel bedrohlicher und gewaltiger, was auch sehr gut zum Ton der Geschichte passt. Wenn ihr den ersten Band gelesen habt, werdet ihr meine Aussage nachvollziehen.

 

Fazit
Markus Heitz ist ein wahrer Fantasy-Meister! Empfehlung? Auf jeden Fall. Fangt am besten jetzt sofort damit an. (Eine kleine Anmerkung: Meiner Meinung nach, schlägt die Geschichte eine sehr erwachsenen und reifen Ton an. Die Handlung und die Figuren sind anspruchsvoll und komplex. Ich will Jugendliche nicht davon abraten, das Buch zu lesen, aber ich weiß ehrlich nicht, ob mir das Buch mit 16 oder 17 gefallen hätte.)

 

 

 

 

 

[Rezension] Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen

Itscoleslaw_perfektsein

Titel: Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen
Autorin: ItsColeslaw
Verlag: Fischer Verlage
Seiten: 304
Erschienen: 2017
Preis: Paperback 12,99€
ISBN: 978-3-7335-0380-2

Verlagsseite

YouTube-Kanal: ItsColeslaw

© Coverabbildung: S. Fischer Verlage

 

 

Inhalt
Erwachsenwerden ist eine der schwierigsten Erfahrungen, die wir überleben müssen. Manchmal tut es gut, zu wissen, dass es jemanden gibt, der das alles schon durchgemacht hat und dir versichert: so schlimm ist es gar nicht, du schaffst das schon! Lisa Sophie ist wie die große Schwester, die du dir immer gewünscht hast! Ob es um Liebe, Probleme in der Schule oder Stress mit den Eltern geht, Lisa Sophie spricht auf ihrem YouTube-Kanal ›ItsColeslaw‹ aus eigener Erfahrung – und das nicht immer ohne Fremdschämfaktor! Sie ist (gefühlt) schon in jedes Fettnäpfchen getreten und hat die peinlichsten Situationen erlebt! Aber hey – genau das kann doch jedem mal passieren, oder? Lisa Sophie erzählt von ihrer Zeit als Teenager und den Problemen, die sie zu bewältigen hatte. Sie zeigt dir, dass am Ende doch noch alles gut wird! © S. Fischer Verlage

Weiterlesen „[Rezension] Wie ich aufhörte, perfekt sein zu wollen“

[Rezension] Das Geräusch des Lichts

Hagen_GeräuschLichts

Titel: Das Geräusch des Lichts
Autorin: Katharina Hagena
Verlag: Kiepenheur & Witsch
Erschienen: 2016
Seiten: 272
Preis: HC 20€
ISBN: 978-3-462-04932-9

Zur Verlagsseite

Zur Homepage der Autorin

© Coverabbildung: Kiepenheuer & Witsch

 

 

Kurzbeschreibung
In einem Wartezimmer warten fünf Menschen darauf aufgerufen zu werden. Eine der Wartenden erfindet die Lebensgeschichten der anderen Wartenden. Da ist zum Beispiel Daphne Holt, Botanikerin. Sie ist auf der Suche nach ihrer Freundin und stößt bei ihrer Suche auf ein wohlgehütetes Geheimnis. Der Musiker, der den letzten Wunsch seiner verstorbenen Frau erfüllt. Richard, der auf der Suche nach seiner Mutter und seiner Schwester ist. Die Erzählerin erfindet die Geschichte einer alten verwirrten Dame und zum Schluss auch ihre eigene Geschichte, einen Thriller, der ein unerwartetes Ende nimmt.

Weiterlesen „[Rezension] Das Geräusch des Lichts“

[Rezension] Schnitt!

Schnitt_vandelaar

Titel: Schnitt!
Autor: Arnold van de Laar
Verlag: Droemer Knaur (Bildnachweis)
Seiten: 432
Preis: HC 22,99€; TB 14,99€
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-629-32091-9

Verlagsseite

© Coverabbildung: Droemer Knaur

 

 

Inhalt
Von den dunklen Anfangszeiten der Chirurgie, als noch ohne Betäubung amputiert wurde, über königliche Operationen bis zu den heutigen High-Tech-OPs – der Chirurg Arnold van de Laar beschreibt in seinem Buch so packend wie allgemeinverständlich die Geschichte der Chirurgie.
Ohne Fachbegriffe zu scheuen, aber doch leicht lesbar und gespickt mit zahlreichen interessanten Details gibt van de Laar einen spannenden Einblick in sein Fach.
In 28 Kapiteln erzählt er anhand berühmter Operationen, was genau im Operationsaal geschieht. Eingehend widmet er sich Erkrankungen und Verletzungen bekannter Persönlichkeiten wie Bob Marley, Kaiserin Sissi, Lenin, Königin Victoria, Einstein und Präsident Kennedy. (Droemer Knaur)

 

Weiterlesen „[Rezension] Schnitt!“

[Rezension] Meine wundervolle Buchhandlung

Buchhandlung_Hartlieb

Titel: Meine wundervolle Buchhandlung
Autorin: Petra Hartlieb
Verlag: Dumont Verlag
Seiten: 208
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-8321-9743-8
Preis: HC 18€, TB 9,99€

Zum Buch

Webpage von Hartliebs Bücher

© Coverabbildung: Dumont Verlag

 

Inhalt

Petra Hartlieb lebt gemeinsam mit ihrer Familie in und über einer Buchhandlung. Ihrer eigenen. Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sie sich im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt. Im Herzen ist Petra Hartlieb noch immer Hippie geblieben, auf dem Papier ist sie aber nun schon seit zehn Jahren Unternehmerin.
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem großen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher. (Quelle: Dumont)

Weiterlesen „[Rezension] Meine wundervolle Buchhandlung“

[Rezension] Tigermilch

Tigermilch

Titel: Tigermilch
Autorin: Stefanie de Velasco
Verlag: KiWi
Seiten: 280
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-462-04753-0
Preis: TB 9,99€

Homepage des Verlags

© Coverabbildung: KiWi Verlag

 

Klappentext
Nini und Jameelah sprechen die O-Sprache und sind Profis im Wörterverdrehen. Sie sind unzertrennlich und fühlen sich mit vierzehn Jahren fast erwachsen. Deshalb kaufen sie Ringelstrümpfe, trinken Tigermilch und üben auf der Kurfürsten für ihr erstes Mal. Sie erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen und überziehen den Staub der Straße mit Glamour. Die Innigkeit ihrer Freundschaft ist Familienersatz. Doch dann werden sie Zeuge, wie der Konflikt in der Familie ihres Freundes Amir eskaliert und alles droht zu zerbrechen.

Weiterlesen „[Rezension] Tigermilch“

[Rezension] Die Flockenleserin

Powelt_DieFlockenleserin_Frontcover

Autor: Mike Powelz
Titel: Die Flockenleserin
Verlag: Amazon Publishing
Preis: Kindle 4,99€
Seiten: 509
Erschienen: 2013

Homepage des Autors

 

 

Klappentext

Im Grunde ist ein Hospiz wie ein schönes Hotel – kein bisschen düster. Weiße Ärztekittel? Fehlanzeige. Haustiere? Erlaubt. Feste Besuchszeiten? Nein. Vorzeitig auschecken? Auch das kommt vor … Doch natürlich gibt es Unterschiede zu normalen Hotels. Schließlich sterben die Gäste im »Hotel Hospiz«. Außerdem sind sie ehrlicher als an jedem anderen Ort, egal ob Manager oder Obdachloser, Schwuler oder Neonazi, piekfeine Dame oder Aids-Kranke. Als die kranke Minnie ein Zimmer in Haus Holle bezieht, lernt sie ihre elf Mitbewohner kennen, jeder der Gäste verbirgt ein anderes schmutziges Geheimnis. Plötzlich ereignen sich drei mysteriöse Todesfälle und Minnie fühlt sich dazu berufen zu beweisen, dass ein unheimlicher Serienmörder dahintersteckt.

Meine Meinung
In diesem Roman geht es ums Sterben. Es ist eine Geschichte über den Tod, aber gleichzeitig auch über das Leben, denn beides ist abhängig voneinander. Dieser Roman ist unglaublich raffiniert aufgebaut, das Ende kommt total unerwartet und hat mich total verblüfft. Möglicherweise war ich auch ein wenig enttäuscht, dass das Ende nicht so war wie ich es mir vorgestellt habe. Aber der Roman hat mich auf ganzer Linie überzeugt.

Der Autor beschreibt seine Figuren nicht nur, nein, er haucht ihnen Leben ein und verpasst ihnen interessante Charakterzüge, die genauso bunt und verschieden sind wie das Leben selbst. Dadurch, dass der Autor sich selbst und seine Familie in den Roman miteinbezieht, bekommt die Geschichte zusätzliche Dichte, Ehrlichkeit und wirkt realer. Als wäre das, wovon der Autor schreibt tatsächlich so vorgefallen. Auch die Dynamiken, die der Autor zwischen den Gästen beschreibt, scheinen sehr realitätsnah zu sein. Teilweise tun sich dort wirklich menschliche Abgründe auf.

Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor Journalist ist, denn alles in der Geschichte ist gut recherchiert. Trotzdem schafft es der Autor, eine gute Balance zwischen Sachlichkeit und Emotionalität zu wahren, ohne dass es zu langweilig oder zu kitschig wird. Ebenso ist die Erzählung niemals zu langatmig oder zu rasant, wie bei anderen Krimi-Autoren. Die Spannung baut sich eher langsam auf und ist unterschwellig immer anwesend.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise wie der Autor den Tod und das Sterben thematisiert. Denn es ist vor allem eins: offen. Ich habe noch nie etwas so beruhigendes über den Tod und das Sterben an sich gelesen. Ich bin ehrlich erstaunt. Vor allem weil ich eine Heidenangst vorm Sterben habe (aber irgendwie auch vorm Leben). Der Roman hat mir diese Angst zwar nicht nehmen können, aber ich denke, dass mir die Geschichte zu einer anderen Perspektive verholfen hat. Auch die Themen Religion, der Umgang mit den verschiedenen Krankheiten wird auf angemessene Weise behandelt. Einen Mord in einem Hospiz geschehen zu lassen, ist verrückt und gleichzeitig genial. Denn wer würde an einem solchen Ort, wo der Tod ein und aus geht, einen Mord vermuten? Haus Holle erscheint mir wie ein Paradies zu sein. Ob es solche Hospize wohl wirklich gibt?

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren teilweise die Gespräche zwischen Mike und einigen Gästen. Manchmal sind diese einfachen Unterhaltungen zu regelrechten Therapiesitzungen ausgeartet. Auch den Monolog seines Vaters fand ich etwas übertrieben, besonders in Anbetracht seiner Krankheit.

Das Ende hat mich wortwörtlich geflasht, umgehauen und einfach nur verwirrt. Ich war ernsthaft der Überzeugung, dass… lest selber, ich will ja nicht spoilern.

Fazit
Ich bin wirklich sehr froh, dass ich diesen Roman entdeckt habe. Meine Perspektive auf den Tod hat sich definitiv geändert. Zwar nicht um 180-Grad, aber immerhin ein wenig. Über Rückführungen muss ich mich auch mal genauer informieren.

Ich kann den Roman all denjenigen empfehlen, die bereit sind sich auf etwas anderes einzulassen. Und die keine Berührungsängste mit dem Thema Tod oder Krankheit haben. „Die Flockenleserin“ ist ein Krimi mit Substanz, der an der eigenen Substanz kratzt.

Lieblingszitat
„Sie kennen doch das Phänomen, dass man ein bestimmtes Lied mit einem Menschen verbindet, oder? […] Sie wissen nicht, welche Lieder andere Menschen mit Ihnen verbinden. Jeder Mensch ist ein Mix aus unterschiedlichsten Liedern…“ (S. 195)