[Rezension] Palast der Finsternis

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Titel: Palast der Finsternis
Autor: Stefan Bachmann
Übersetzerin: Stefanie Schäfer
Verlag: Diogenes
Seiten: 400
Erschienen: 2017
Preis: Paperback 18€
ISBN: 978-3-257-30055-0

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Inhalt
Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können. © Diogenes Verlag

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[Rezension] Für mich ist auch die 6. Stunde: Überleben unter Schülern

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Titel: Für mich ist auch die 6. Stunde: Überleben unter Schülern
Autorin: Frau Freitag
Verlag: Ullstein Buchverlage
Seiten: 288
ISBN: 9783864930423
Erschienen: 2016
Preis: TB 9,99€

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© Coverabbildung: Ullstein Buchverlage

Klappentext
Mit Problemen im Unterrichtsalltag kennt Frau Freitag sich aus, unterrichtet sie doch seit über fünfzehn Jahren an Brennpunktschulen. Ihre eigene Ausbildung wird sie nie vergessen, diese Mischung aus Panik, mangelndem Selbstvertrauen und liebevoll-chaotischen Schülern, die das Unterrichten unmöglich machte. Was nicht hilft: die Theorien der Pädagogikpäpste, die seit Jahren keine Schule von innen gesehen haben. Frau Freitags Kultbestseller sind schon längst Lehrmaterial. Jetzt hat sie den unterhaltsamen Ratgeber geschrieben, den sie selbst gerne gehabt hätte — und verrät Tipps und Tricks, wie Lehrer, Schüler und Eltern die Schulzeit überleben.

© Ullstein Buchverlage

Meine Meinung
Frau Freitag ist wieder in ihrem Element und ich habe mich köstlich amüsiert. Kein Vergleich zum Pseudo-Krimi (Hurra, hurra, die Schule brennt) vom letzten Mal. Dieser Ratgeber kann auch von Nicht-Lehrern oder Nicht-Lehramtsstudenten gelesen werden. Er verschafft einem eine ganz andere Perspektive auf den Schulalltag und seine eigene (vergangene) Schulzeit. Schüler sind ganz schöne Monster und können echt fies sein. So hatte ich das ganze gar nicht in Erinnerung 😀

Frau Freitag erklärt wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte; gibt Tipps zum Studium (besonders zum Refendariat); erläutert den Dresscode, dem Lehrer folgen sollten; beschreibt welche Schüler und Lehrer es gibt usw. Das Buch hat mir gezeigt, dass der Beruf Lehrer für mich keine Option darstellt. Never! Das wusste ich zwar schon vorher, aber Frau Freitag hat es mir dann doch nochmal bestätigt. Und noch eins wurde mir bestätigt: Ich bin verdammt froh, aus der Schule raus zu sein!

Der Schreibstil von Frau Freitag ist wie immer locker, leicht und sympathisch, nicht kompliziert oder seltsam verschwurbelt. Ich hätte sie gerne als Lehrerin gehabt, das wäre sicherlich lustig gewesen.

„Für mich ist auch die 6. Stunde: Überleben unter Schülern“ ist ein lustiger Ratgeber für Zwischendurch, den man mit einem verschmitzen Grinsen auf den Lippen liest. Das Buch ist eine gelungene Ablenkung vom Alltag.

Fazit
In meinen Augen ist dies ein Ratgeber, in dem mit leicht erhobenen Finger gut gemeinte Tipps und Ratgeschläge gegeben werden, wobei dies aber auf Augenhöhe geschieht. Es ist ein super Geschenk für Studenten, die den Lehrerberuf anstreben oder ergreifen wollen. So als Vorbereitung auf den echten Schulwahnsinn oder als Möglichkeit sich das ganz doch nochmal zu überlegen. 😀

[Rezension] Aquila

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Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
Genre: Thriller
Erschienen: 2017
Seiten: 432
Preis: Broschiert 16,95€
ISBN: 978-3-7855-8613-6
◊ nicht gesponsert o. ä.; Geschenk eines Familienmitglieds

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© Coverabbildungen: Loewe Verlag

 

Inhalt
Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen. Das Blut ist nicht deines. Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist. Halte dich fern von Adler und Einhorn … Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen? © Loewe Verlag

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[Rezension] Dein finsteres Herz

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Titel: Dein finsteres Herz
Originaltitel: The Murder Bag
Autor: Tony Parsons
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Genre: Kriminalroman
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2014
Preis: Broschiert 14,99€
ISBN: 978-37857-6115-1
◊ nicht gesponsert o. ä.; entliehen aus der Stadtbibliothek Mannheim

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© Coverabbildung: Bastei Lübbe Verlag

Inhalt
Vor zwanzig Jahren trafen sieben Jungen in der elitären Privatschule Potter’s Field aufeinander und wurden Freunde. Nun sterben sie, einer nach dem anderen, auf unvorstellbar grausame Art. Das ruft Detective Constable Max Wolfe auf den Plan: Koffeinjunkie, Hundeliebhaber, alleinerziehender Vater. Und der Albtraum jedes Mörders. Max folgt der blutigen Fährte des Killers von Londons Hinterhöfen und hell erleuchteten Straßen bis in die dunkelsten Winkel des Internets. Stück für Stück kommt er dem Täter näher – ohne zu bemerken, dass er längst nicht mehr der Jäger, sondern der Gejagte ist .. © Bastei Lübbe Verlag

Meine Meinung
Das Buch steht nun schon seit ungefähr 2 Jahren auf meiner Wunschliste, seit ich es während meines ersten Besuchs der FBM am Bastei Lübbe Stand in der Hand hatte. Bevor ich mir das Buch in der Bibliothek ausgeliehen habe, habe ich ein paar negative Rezensionen gelesen. Davon habe ich mich nicht entmutigen lassen, denn zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Jetzt habe ich es gelesen und ich habe den Roman überhaupt nicht als langweilig empfunden. Zugegeben, dieser Krimi war kein absoluter Pageturner und auch kein Jahres-Highlight, aber er hat mir trotzdem sehr gut gefallen.

Zunächst kommt der Prolog und der hat es schon mal in sich. Dann geht es packend weiter und der Leser lernt den Detective Max Wolfe kennen. Etwas ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig für mich war die Tatsache, dass der Roman in der 1. Person geschrieben ist. Ist nicht meine Lieblingsperspektive, aber man kommt doch schnell rein. Im Laufe des Romans erfährt man so vieles über das Leben, die Gedanken und Gefühle des Ermittlers, was nicht uninteressant ist. Es zeigt, dass er auch einfach nur ein Mensch ist.

Wie gesagt, der Prolog ist schon eine Nummer für sich. Der Leser erhält schon einige Hinweise auf das mögliche (?) Motiv das hinter den Morden steckt. Im Laufe der Lektüre hatte ich das Gefühl, dass der Prolog vielleicht schon etwas ZU viel verrät. Vielleicht hätte man eine Sache weglassen können, um den Rätselfaktor zu erhöhen. Nichtsdestotrotz wird man als Leser auch auf eine falsche Fährte gelockt, und das mehrmals.  Dies macht die Auflösung des Falls dann umso überraschender und erstaunlicher. Wenn man denkt, man weiß wer’s war, weiß man’s dann eigentlich doch nicht. Ätsch. Den Leser an der Nase herumführen – das gefällt mir.

Die Ermittlungen schreiten stetig voran, werden von Schilderungen aus dem Privatleben des Ermittlers unterbrochen, was der Spannung keinen Abbruch macht. Die Ermittler werden mit Rückschlägen, Sackgassen und unerwarteten Entdeckungen und Wendungen konfrontiert. Ein bisschen Liebe gibt es auch, sowohl familiär als auch erotisch. Glücklicherweise trägt auch letzteres ein bisschen zur Entwicklung der Handlung bei.

Das Finale bzw. die Auflösung hat mich sprachlos zurückgelassen. Das kann man doch nicht einfach so stehen lassen, er muss doch etwas tun! Es ist zum Haare raufen. Aber andererseits war es auch sehr berührend, damit meine ich wirklich den allerletzten Absatz.

Den Originaltitel (‚The Murder Bag‘) finde ich übrigens sehr viel aussagekräftiger als den deutschen Titel, vor allem rückblickend. Was mir an dem Roman auch noch sehr gefallen hat: man erfährt sehr viel über die kriminalistische Vergangenheit der britischen Polizei (Scotland Yard, Jack the Ripper etc.). Nebenbei staubt man also noch ein bisschen Hintergrundwissen ab und bessert so sein Allgemeinwissen auf.

Fazit
Insgesamt ist ‚Dein finsteres Herz‘ ein guter Krimi für Zwischendurch, der Action und Spannung mitbringt, also für gute Unterhaltung sorgt. Zu den Jahres-Highlights zähle ich den Roman allerdings nicht. Für Fans der britischen Kriminalpolizei genau das Richtige.

Lieblingszitat
„Mir wären kluge Menschen mit dummen Handys lieber“, brummte Mallory. (S. 63)

[Rezension] Die Magie der Namen

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Titel: Die Magie der Namen
Reihe: Bd. 1
Autorin: Nicole Gozdek
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 368
Erschienen: 2016
Preis: HC 16,99€; TB 9,99€
ISBN: 978-3-492-70387-1
◊ Eigenkauf, nicht gesponsert o. ä.

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© Coverabbildung: Piper Verlag

 

Inhalt
Der 16-jährige Nummer 19 träumt insgeheim davon, als Erwachsener ein Held und bedeutender Name zu werden. Die 19 hat ihm in seinem Leben bisher kein Glück gebracht. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Er erhält einen Namen, den keiner zu kennen scheint. Wer ist dieser Tirasan Passario, dessen Namen er für den Rest seines Lebens tragen wird? Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm Auskunft geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Namenlose und dunkle Verfolger trachten der Gruppe nach dem Leben. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit … © Klappentext: Piper Verlag

Meine Meinung
Das Thema meiner Bachelorarbeit war die Onomastik, also die Namenkunde. Super interessantes Thema. Als ich das Buch entdeckt habe, lag mein Abschluss noch nicht lang zurück und deswegen wollte ich es unbedingt lesen. Namen? Super! Aber bei diesem Roman geht es eher um die Onomantie. Also darum, ob der Name den Charakter bestimmt, um Wahrsagerei von Namen in Verbindung mit Zahlen usw. Eigentlich ja Quatsch, aber… verdammt ist das cool, was die Autorin daraus gemacht hat. Dort wo die Wissenschaft aufhört, fängt die Fantasie gerade erst an zu wüten.

Wie also nicht anders zu erwarten war, hat mich die Namensmagie direkt in ihren Bann gezogen. Ich finde diese gesellschaftliche Struktur, die auf Namen und Zahlen beruht sehr einfallsreich und faszinierend. Allerdings hatte ich ein paar Schwierigkeiten, die Namen immer den richtigen Berufen zuzuordnen. Aber dazu gibt es ja den Anhang hinten im Buch. Ich würde gerne im großen Namensarchiv von Himmelstor arbeiten. Zumal ich schon ein Praktikum in einem Archiv gemacht habe. Beste Voraussetzungen also.

Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil, bei dem die Spannung nicht verloren geht. Es passiert immer etwas. Sie verliert sich nicht in unnötigen Beschreibungen, und doch werden wichtige Aspekte, wie z. B. die Gesellschaftsstruktur oder der Ablauf der Namensgebung, nebenbei eingestreut, ohne die Handlung zu verkomplizieren o. ä. Die Handlung schreitet sehr schnell voran. Es gibt ein paar bedeutende Ereignisse, die dann auch im Fokus stehen und ausführlicher von der Autorin geschildert werden. So bleibt die Handlung recht kompakt und übersichtlich.

Die Figuren haben zwar Kontur aber wenig Tiefe. Dieser Eindruck entstand bei mir dadurch, dass sie durch die Namensmagie zu sehr an ihre ‚Vorfahren‘ gebunden sind und so keine eigenen Macken o. ä. entwickelt haben. Das hat mir gefehlt. Lediglich Tirasan macht meiner Meinung nach eine wirkliche Entwicklung durch. Man erlebt wie er sich verändert, nicht nur äußerlich sondern auch innerlich.  Mir gefällt, dass er immer mehr über sich selbst herausfindet, ein schöner Selbstfindungsprozess. Trotzdem bin ich das Gefühl nie wirklich los geworden, dass er immer noch nicht die nötige Reife besitzt, um sein Schicksal zu erfüllen. Dies hingegen bringen die anderen Figuren schon eher hin. Von allen mag ich Rustan Polliander am liebsten.

Das Ende hat mir leider nicht wirklich gefallen und hat mich etwas enttäuscht. Es kam mir vor als würde sich Tirasan mit seiner Entscheidung einfach so aus der Affäre ziehen; dass er einfach einen ziemlich einfachen Weg gewählt hat, um seine Probleme zu lösen. Schön und gut, aber eher unglaubwürdig, unpassend und irgendwie unfair. Damit beziehe ich mich auch auf die Angelegenheit mit Rustan. Schade, wenn es doch immer so ‚einfach‘ wäre seine ‚Probleme‘ aus der Welt zu schaffen.

Fazit
Trotz einiger Unstimmigkeiten hat mich ‚Die Magie der Namen‘ überzeugen können. Es ist kein 0815-Fantasy-Quatsch, den man schon mal irgendwo gelesen hat. Der Roman ist daher eine tolle Abwechslung. Der 2. Teil (‚Die Magie der Lüge‘) ist inzwischen schon erschienen und ich bin schon ganz gespannt, wie das Abenteuer weitergeht. Leseempfehlung für ‚Die Magie der Namen‘? Ein klares JA!

[Rezension] Hurra, hurra, die Schule brennt

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Titel: Hurra, hurra, die Schule brennt
Autoren: Frl. Krise, Frau Freitag
Verlag: Rowohlt Verlag
Erschienen: 2017
Seiten: 302
Preis: TB 9,99€
ISBN: 9783499290985

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© Coverabbildung: Rowohlt Verlag

 

 

Die Tage an der Berliner Problemschule sind mehr als abenteuerlich. Und dann brennt es auch noch. Schüler und Lehrer müssen umziehen – ausgerechnet auf das konservativste Gymnasium der Stadt fällt die Wahl der Schulbehörde.
Was war die Brandursache? Die Polizei ermittelt. Frau Freitag leidet derweil Höllenqualen: Ist ihr heimliches Rauchen an der Katastrophe schuld? Da findet man die verkohlte Leiche eines Menschen, der nicht im Feuer starb … © Rowohlt Verlag

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[Rezension] Die Mächte des Feuers

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Titel: Die Mächte des Feuers
Reihe: Ja – Band 1
Autor: Markus Heitz
Verlag: Pieper Verlag
Seiten: 576
Erschienen: 2016 (Neuauflage)
Preis: TB 10€
ISBN: 978-3-492-28106-5

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© Coverabbildungen: Piper Verlag

 

 

Inhalt
Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück …  © Piper Verlag

Meine Meinung
Als großer Drachen-Fan war es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis ich diese Reihe lese. Bei mir hat es jetzt tatsächlich etwas länger gedauert, aber dafür habe ich schnell aufgeholt (Band 2 habe ich auch schon gelesen und jetzt fiebere ich Band 3 entgegen). Generell ist es lange her, dass ich einen richtigen Fantasy-Schinken in der Hand hatte. Jetzt habe ich meine Komfortzone überwunden und bin über alle Maßen süchtig und begeistert!

Die Mischung aus Fantasy und historischen Ereignissen hat mich von Anfang an mitgerissen. Ich brauche keine neuerschaffene Welt, um mich in Fantasy zu verlieren. Ich bin der Meinung, dass es nicht sehr vielen Autoren gelingt, Fantasy und Realität auf eine glaubwürdige und ansprechende Art und Weise verschmelzen zu lassen. Markus Heitz ist dieses Spiel mit der Realität gelungen. Zwischendruch musste ich immer wieder feststellen: Schade, dass es keine Drachen gibt! Andererseits ist diese Tatsache doch irgendwie beruhigend. Zwar sind die Drachen Bösewichte, also blutrünstige Monster, die die Menschen genüsslich verspeisen, schmälert das meine Begeisterung nicht (als großer Fan von der Temeraire-Reihe, war diese Perspektive doch etwas gewöhnungsbedürftig). Auch die Tatsache, dass die Menschen als Marionetten fungieren und es die Drachen sind, die sie sich zunutze machen, ist anders aber doch nicht so abwegig. Obwohl sich die Drachen in diesem Band noch etwas bedeckt und im Hintergrund halten, spürt man ihre Macht. Eigentlich passt das Bild, das der Autor von den Drachen zeichnet, viel besser. Zwar fand ich es am Anfang etwas beunruhigend, dass die Drachen einen hohen Menschenkonsum pflegen, aber zum Glück gibt es die Drachenheiligen und -jäger.

Auch sprachlich hat mich der Autor überzeugen können. Die Ausdrucksweise ist zeitgemäß bzw. so wie man es für die 20er Jahre erwarten würde. Zudem kommt es einem durch die Beschreibungen so vor als wäre man tatsächlich vor Ort. Als würde man tatsächlich mit Silena durch die Luft düsen und Drachen erledigen. Vor allem die Beschreibungen wie die Drachen kämpfen und morden, empfinde ich als sehr realitätsnah (jaja, haha realitätsnah) bzw. glaubwürdig. Man merkt, dass in jedem Abschnitt sehr viel Liebe zum Detail liegt. Dabei wird es aber zu keinem Zeitpunkt langatmig oder langweilig, ganz im Gegenteil; die Handlung schreitet rasant voran. Die verschiedenen Handlungsstränge, die Mitspieler und Gegenspieler, ihre Intrigen und (inneren und äußeren) Konflikte machen die Geschichte sehr lebendig. Der Autor kennt sich aus mit unerwarteten Wendungen und Cliffhangern. Vor allem bei den letzten 200 Seiten fiel es mir sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl ich leider zugeben muss, dass ich den finalen Kampf als etwas zu hektisch empfunden habe. Erträglich fand ich die zarte Liebesbeziehung, die sich langsam aber sicher entspinnt aber zu keinem Zeitpunkt die Handlung dominiert hat.

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Ich möchte auch noch kurz etwas zum Cover sagen. Das Cover, das man auf der Seite vom Piper Verlag findet (s. o.), ist eine Neugestaltung. Mir persönlich gefällt das alte Cover viel besser. Warum? Ganz einfach: Manchmal sagt ein Bild eben mehr als 1000 Worte. Das Cover passt einfach viel besser zur Geschichte und ist nicht ’nichtssagend‘. Es enthält ein paar versteckte Hinweise. Zudem ist es viel bedrohlicher und gewaltiger, was auch sehr gut zum Ton der Geschichte passt. Wenn ihr den ersten Band gelesen habt, werdet ihr meine Aussage nachvollziehen.

 

Fazit
Markus Heitz ist ein wahrer Fantasy-Meister! Empfehlung? Auf jeden Fall. Fangt am besten jetzt sofort damit an. (Eine kleine Anmerkung: Meiner Meinung nach, schlägt die Geschichte eine sehr erwachsenen und reifen Ton an. Die Handlung und die Figuren sind anspruchsvoll und komplex. Ich will Jugendliche nicht davon abraten, das Buch zu lesen, aber ich weiß ehrlich nicht, ob mir das Buch mit 16 oder 17 gefallen hätte.)